Die Dresdner Frauenkirche
Woher kommt unser Interesse für die Dresdner Frauenkirche?
In den sechziger und siebziger Jahren war in regelmäßigen Abständen
ein Besuch mit unseren Eltern in Dresden angesagt. Dresden, die damalige heimliche
sächsische Landeshauptstadt, hatte eine magische Anziehungskraft auf unsere
Eltern und diese ist auf uns übergegangen. Bei diesen Besuchen, war nach den
obligatorischen Zielen (Dampferfahrt auf der Elbe, Zwinger, Grünes Gewölbe,
Brühlsche Terrasse, usw.) auch ein Abstecher zur Frauenkirche geplant. Vor diesen
riesigen Trümmerberg haben wir mit Erfurcht gestanden, hatten unsere Eltern
den Krieg doch noch hautnah miterlebt.
Während unserer Schulzeit waren Klassenfahrten nach Dresden ebenfalls die Regel.
Später als junge Eltern haben wir diese Tradition weitergeführt. Unseren Kindern
haben wir versucht diese Liebe zu Dresden weiter zu vermitteln. Was uns, denken
wir, auch gelungen ist.
Heute nun, sind wir immer noch öfters in Dresden anzutreffen, obwohl das bei
weitem schwieriger ist. Wohnen wir doch jetzt fast 400 km von Dresden entfernt.
Aber es ist wie eine Sucht, diese wunderschöne Stadt zu sehen. Mit Erschrecken
haben wir im Jahr 2002 die Hochwassernachrichten aus Sachsen, unserem Heimatort
Flöha und aus Dresden verfolgt. Was kann Wasser nur alles anrichten...? Eine
Woche nach dem Hochwasser waren wir vor Ort und haben die Schäden gesehen, absolut
erschreckend...
Aber auch diese Ereignisse hat Dresden überstanden, die Schäden sind soweit
wir beurteilen können beseitigt. Den Aufbau der Frauenkirche, den wir von Anfang
an fotographisch (
siehe Bilder...) begleitet haben, ist vollendet.
Am 30. Oktober 2005 war die feierliche Weihe der Frauenkirche.
Unser nächster Besuch in Dresden ist schon in Planung...
Die Kurzgeschichte der Dresdner Frauenkirche
- Der Ursprung der Frauenkirche reicht in das 11. Jahrhundert
zurück, es war eine kleine romanische Kirche „Zu unserer lieben Frauen“.
- 1366 - Erste urkundliche Erwähnung der katholischen Frauenkirche,
sie gehört zum Bistum Meißen.
- 1539 - Sachsen wird protestantisch. Obwohl die Protestanten
keine Marienverehrung kennen, wird der Name Frauenkirche beibehalten.
- 1722 - Der Rat der Stadt Dresden beschließt den Neubau der
Frauenkirche. Als Baumeister wird George Bähr (* 15. März 1666 in Fürstenwalde/Erzgebirge
- † 16. März 1738 in Dresden) beauftragt. Der Neubau wird auch vom sächsischen
Kurfürsten
Friedrich August I., genannt „August der Starke“ gewünscht.
Die alte Frauenkirche musste auf Grund ihrer Baufälligkeit abgerissen werden.
- Am 26. August 1726 Grundsteinlegung, der sächsische Kurfürst
nimmt nicht teil, er lässt sich vertreten. Er wird ohnehin, den Neubau der
protestantischen Frauenkirche, finanziell nicht unterstützen. Sein Übertritt
zum katholischen Glauben ist dafür ausschlaggebend, mehr dazu
hier...
- Der Bau der Frauenkirche wir durch den ständigen Geldmangel
immer wieder unterbrochen und damit in die Länge gezogen.
- 1736 - Anstelle der geplanten Holzkuppel erhält die Frauenkirche
ihre charakteristische Steinkuppel.
- Am 22. November 1736 Fertigstellung der Orgel. Sie wurde
in vierjähriger Bauzeit vom Hof- und Landesorgelbauer Gottfried Silbermann
(* 1683 - † 1756) erschaffen.
- Weihe der Orgel am 25. November 1736.
- Johann Sebastian Bach erprobt am 1. Dezember 1736 die Orgel
der Frauenkirche.
- Am 16. März 1738 stirb ihr Baumeister George Bähr, er erlebt
die Fertigstellung nicht mehr.
- 27. Mai 1743 - Fertigstellung der Frauenkirche.
- 1843 - Uraufführung des Chorwerks „Das Liebesmahl der Apostel“
welches Richard Wagner speziell für die Frauenkirche komponierte.
- 1938 - Die Dresdner Baupolizei verfügt die Schließung der
Kirche, da die Kuppel Risse aufweist.
- Durch einen alliierten Bombenangriff am 13. Februar 1945
und den anschließenden Feuersturm bricht die Kirche am 15. Februar 1945
gegen 10.15 Uhr in sich zusammen.
- Nach dem Krieg will der Rat der Stadt Dresden, im Rahmen
des sozialistischen Umbaus der Stadt, die Beseitigung der Trümmer verwirklichen.
Es entbrennt ein Kampf zwischen SED und Anhängern die den Wiederaufbau der
Kirche wollen.
- 1966, im Rahmen der Arbeiterfestspiele in Dresden, wird
der Streit mit einem Kompromiss beigelegt. Die SED erklärt den Trümmerberg
zum „Mahnmal gegen Faschismus und Krieg“.
- Am 19. Dezember 1989 redet der damalige Bundeskanzler Helmut
Kohl, bei seinem ersten Besuch in der Wende-DDR, vor der Ruine.
-- Der Wiederaufbau --
- Am 12. Februar 1990 tritt eine Bürgerinitiative, die für
den Wiederaufbau der Frauenkirche wirbt, mit dem „Ruf aus Dresden“ an die
Öffentlichkeit.
- Am 18. März 1991 stimmt die Synode der Landeskirche Sachsen
mit 46 Ja- gegen 26 Neinstimmen für das höchst umstrittene Projekt.
- Die Stadtverordnetenversammlung von Dresden beschließt am
20. Februar 1992 die Rekonstruktion der Kirche.
- Noch im gleichen Jahr wird die Ruine statisch gesichert
und am 1. Oktober wird die Stiftung Frauenkirche Bauherr.
- Am 4. Januar 1993 Beginn der archäologischen Entrümpelung.
- Im Trümmerberg wird am 1. Juni 1993, das aus 90 Meter Höhe,
herabgestürzte Kuppelkreuz entdeckt. Beim öffnen des Knaufs werden Münzen
geborgen, die Urkunden sind verbrannt.
- Gegen Ende 1993 wird der barocke Altar freigelegt, der Chorbereich
war nach dem Krieg mit einer Mauer verschlossen worden.
- Am 11. Mai 1994 wird das Grabmahl von George Bähr im Kellerbereich
gefunden.
- 24. Mai 1994, die Enttrümmerung ist abgeschlossen
- 27. Mai 1994, erste Steinversetzung - Dieser Tag gilt als
der offizieller Baubeginn.
- Anfang Dezember 1994 wird das erste Wetterschutzdach über
der Baustelle montiert, der Aufbau kann nun wetterunabhängig erfolgen.
- Die neu entstandene Unterkirche wird am 21. August 1996
geweiht, hier finden nun Gottesdienste statt.
- Frühjahr 1998 - Streit um den „Westgiebel“, das letzte verbliebene
Trümmerstück auf der Baustelle. Soll er als Mahnmal vor dem Haupteingang
der Frauenkirche liegen bleiben oder soll er in die neue Fassade eingefügt
werden? Die Mehrheit stimmt für den
Einbau.
- Die sieben Glocken der Frauenkirche werden am 17. und 20.
Dezember 2002 in Bad Friedrichshall gegossen. Der erste Guss der sechs kleineren
Glocken misslingt, so dass sie am 4. April 2003 ein zweites Mal gegossen
werden. Als Ursache werden die sehr erhabenen Verzierungen angenommen.
- 4. und 5. Mai 2003 - Glockenweihe in Dresden
- Am 7. Juni 2003 sind erstmals seit 58 Jahren wieder die
Glocken der Frauenkirche zu hören.
- Am 13. April 2004 wurde der Steinbau abgeschlossen, mit
dem versetzen des Schlusssteines an der Laterne.
- Die Turmhaube mit Kuppelkreuz werden am 22. Juni 2004 auf
die Laterne gehoben. Die Kirche ist äußerlich vollendet.
- 2005 - Fertigstellung des Innenausbaues, die Netto-Gesamtbaukosten
werden etwa 135 Millionen Euro betragen.
- Feierliche Weihe der Frauenkirche am 30. Oktober 2005.
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